Die aktuelle Weltpolitik hat große Auswirkungen auf das Handeln der Menschen im Hellwegraum und im Paderborner Land. Das wurde beim traditionellen RWM-Abend der Raiffeisen Westfalen Mitte eG (RWM) in der Bürgerhalle in Anröchte deutlich. Thomas Röper-Schültken, Vorstandsvorsitzender der RWM, gab aber auch seiner Enttäuschung über die Bundespolitik Raum: „Unsere noch vor einem Jahr an dieser Stelle geäußerte Hoffnung, die wir mit einem Regierungswechsel verbunden haben, hat sich leider bisher nicht erfüllt. Es werden hier und da Kommissionen gebildet, aber das bringt uns nicht weiter.“
Die Landwirtschaft würde in Deutschland zu oft an den Pranger gestellt und überbordende Bürokratie erschwere das tägliche Handeln auf den Höfen. „Aber unsere Genossenschaft bietet Lösungen – auch in der Digitalisierung“, versprach Thomas Röper-Schültken Unterstützung. Der Austausch mit gleichgesinnten Kolleginnen und Kollegen – der RWM-Abend sei dabei eine bewährte Plattform – fördere zudem das Miteinander.
Zwischen den ernsten Tönen gab es für die rund 1200 Gäste viele Gründe zum unbeschwerten Zurückblicken und zum Lachen. Die Anlässe lieferte mit Bernard Dietz zunächst ein Kind der Region. Der gebürtige Bockum-Höveler war viele Jahre das Gesicht des Profi-Fußballvereins MSV Duisburg und führte später sogar die deutsche Nationalmannschaft als Kapitän an – unter anderem beim EM-Titel 1980. Mit seinem unerschütterlichen Einsatz, seiner Bodenständigkeit und seinem unverwechselbaren Ruhrpott-Charme wurde er weit über die Grenzen des Reviers hinaus bekannt. In Anröchte begeisterte er als Zeitzeuge und Geschichtenerzähler. Bernard Dietz stellte sich in einem lebhaften Interview den Fragen von Markus Bachtrop, Bereichsleiter Düngemittel der RWM, und berichtete über den Anfang seiner Profikarriere und den damit verbundenen Verzicht auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1972 in München. „In guter Erinnerung sind mir die Bundesliga-Siege gegen den FC Bayern München geblieben“, gab der Herzblut-Fußball schmunzelnd zu. Er ist mittlerweile einer der sieben Ehrenspielführer der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft und bestens vernetzt. Und so verwunderte es nicht, dass zur Überraschung der Gäste Olaf Thon als langjähriger Weggefährte von Bernard Dietz live per Video zugeschaltet wurde und ebenfalls aus dem sprichwörtlichen Nähkästchen plauderte.
Es folgte ein umjubelter Auftritt von Atze Schröder, der das Beste aus seinen jüngsten Comedy-Shows präsentierte. Mit seiner legendären Lockenmähne, der Sonnenbrille und seinem unverwechselbaren Ruhrpott-Charme ist Atze Schröder seit Jahren fester Bestandteil der deutschen Unterhaltungsszene. Er begeisterte auch beim RWM-Abend mit scharfsinnigem Witz, ehrlicher Beobachtungsgabe und einem Augenzwinkern, als er seine Kindheitserinnerungen und jüngste Musical-Erlebnisse zum Besten gab. Und spätestens beim Philosophieren über die frivolen Texte in deutschen Schlagern hatte er das Publikum auf seiner Seite – vielhundertfacher Applaus war der Dank für seinen Auftritt.
Dankbar zeigte sich auch der RWM-Aufsichtsratsvorsitzende Ludger Kahr im Rahmen seiner den Abend beschließenden Ausführungen: „Unser 18. RWM-Abend war, was die Anzahl der Gäste angeht, rekordverdächtig. Das zeigt, dass wir eine große Gemeinschaft sind und hinter dem Erfolg der Veranstaltung stehen ganz viele helfende Menschen.“ Explizit nannte Ludger Kahr die RWM-Mitarbeitenden, die Landfrauen und die Direktvermarkter. Sie alle hätten maßgeblich zum Erfolg des RWM-Abends beigetragen.




